Die Großglocknertour am 27.Juni 2006
von Stefan@T-Pack, Salzweg

 

 

Eigentlich wollte ich zum Zelten nach Füssen im Allgäu...

Aber da ich mit dem Motorrad den direkten Weg meide und die Autobahn nur im Notfall benutzt wird, entschloss ich mich möglichst umgehend die Alpen anzusteuern und mich dann - z.B. über Pinzgau/Mittersil und Gerlospaß - nach Osten durchzuschlagen.

"Leider" konnten wir uns nicht beherrschen und wir sind dann doch den Großglockner hochgefahren. Gegen 13,00 Uhr erreichten wir die Edelweißspitze, eine wie gewohnt bestens gepflegte Piste bei schönstem Sommerwetter lag bereits hinter uns.

Der Verkehr hielt sich an diesem Wochentag zum Glück sehr in Grenzen, die Passstraße erhielt in diesem Frühjahr wohl wieder einige neue Asphaltabschnitte (nicht einzelne "Flickerl" - wohlgemerkt - sondern größere Felder!). Dadurch erweist sich der Straßenbelag durchgängig als gut griffig. Da die Maut aus einem Tagesticket besteht, sei empfohlen, die Passstraße zeitig anzusteuern und den Abstecher zur Franz-Josefs-Höhe in jedem Fall mitzunehmen: Eine hervorragende Strecke und sehenswertes Panorama erwarten einen auf diesem Streckenabschnitt.

Ich für meinen Teil wollte ja weiter über Toblach nach Sterzing und je nachdem, nach Möglichkeit über Jaufenpaß und Timmelsjoch zum Fernpaß (= Füssen...).

Gegen 14,00 Uhr telefonierte ich mit dem Biker-Bekannten, welcher sich bereits auf einem Campingplatz am Hopfensee aufhielt: Regen seit den Morgenstunden, momentan gerade ein Gewitter und - laut wetter.com - keine Besserung in Sicht. Auch nicht für den geplanten Motorradausflug am darauf folgenden Mittwoch.

Kurz entschlossen nutzten wir die Glockner-Tageskarte und das (noch) herrschende schöne Wetter, um uns noch einmal den Großglockner hinauf zu schwingen. Gegen halb vier telefonische Bestätigung: Im Allgäu bleibt das Wetter schlecht.
Also traten wir halt wieder den Heimweg an - Zelt aufbauen im Regen und in dem nassen Zeugs zu schlafen, um am nächsten Tag wegen Regens nicht Motorradfahren zu können war nicht so der ideale Urlaubsverlauf...

Aber man kann ja aus der Not eine Tugend machen: Bei Bruck an der Glocknerstrasse hält man sich rechts Richtung Gastein. Diese Hauptroute ist entsprechend langweilig, aber nach 19km, bei "Lend" kann man abbiegen und ein wunderschönes, geschwungenes Tal auf einer recht kleinen Straße nach Dienten (am Hochkönig) hochfahren. Von dort über den Dientener Sattel und Mühlbach / Hochkönig nach Bischofshofen.

Diese Strecke ist übrigens in beiden Richtungen empfehlenswert und kann in Ost-West-Richtung noch über den Filzensattel nach Maria Alm und Saalfelden verlängert werden.

Von Bischofshofen geht's Richtung Werfen, aber nach wenigen Kilometern rechts Richtung Radstadt (dies ist das Fritzbachtal), wieder viele Kurven..., bis in Niederfritz links die Straße nach Gosau abgeht. Viele werden das Lammertal bereits kennen, hier kann man ganz wunderbar "Kurvenschwingen" bis hinüber über den Pass Gschütt und Gosau zum Hallstätter See. 

Wir mussten allerdings in Annaberg im Lungau erstmal unterstellen (wir kennen alle die lieben Bushäuschen zur rechten Zeit...) und das Unwetter vorbeiwüten lassen.

Der Nachteil, nach einem Gewittersturm durch die Berge zu fahren liegt auf der Hand, bzw. dann natürlich auf der Straße. In Form von jeglichem beweglichen Natur-Krimskrams, welchen der Sturm nur irgendwo gefunden hat.
Als wir nach Gosau kamen, erwartete uns sogar noch ein besonderes Schmankerl: Ein Felssturz hatte die Straße unpassierbar gemacht...
Macht nichts, kehren wir halt wieder um und nehmen die 'Postalm-Straße'! Ein wenig Maut und viel Natur rund um die vielen Kürvchen, Kurven und Kehren angeordnet, bot sich uns ein Umweg, den wir freiwillig gar nicht gefunden - oder in Anspruch genommen hätten.

Allerdings war ich dadurch um 20,00 Uhr erst in Bad Ischl (und nicht wie beabsichtigt Zuhause). Der Heimweg über den Attersee, Ried und Obernberg war da nur noch notwendiger Abschluss eines ausgedehnten Motorradtages.

745 km in 12 1/2 Stunden. Laut GPS 10 Stunden 10 Minuten "Fahrt in Bewegung".

P.S. "Wir", das sind natürlich wir zwei: Tiger und ich!

               

           

 

 

© Stefan @ www.t-pack.info