Tigerplaisir im Elsaß vom 17.-20. Mai 2007
von Stefan@T-Pack, Salzweg

 

Eigentlich wollte ich ja am Donnerstag mit Karin (Tigerlilli) und Bernd (Triumph-Service-Truck) über den Schwarzwald zum Tigerplaisir anreisen...
Aber Irgendein Vater hatte wohl im letzten Jahr einiges verbockt:

Regen von Wendelstein (südlich Nbg.) ohne Unterbrechung ließen uns zur Mittagsrast in Gammertingen umdisponieren. Der Treff mit Jörg, dem Tigertreiber aus München hatte geklappt und da der „Schnür’lregen“ partout nicht aufhören wollte, sahen wir von unserer Route durch den schwarzen Wald ab und nahmen eine grauslige, aber schnelle Strecke in Kauf.
Und siehe da! Kaum hatten wir den Rhein erreicht, besserte sich das Wetter, die Strecke in Frankreich war bereits trocken.Und? Wer war’s? Na klar! Der Settel (Christian) als Veranstalter hatte seinen Teller leer gegessen!
Apropos Essen: Nachdem wir ein idyllisches Ferienhaus für die nächsten drei Nächte bezogen hatten freute ich mich bereits auf die einheimische Küche...
Hört man doch von den Franzosen im Allgemeinen und von den Elsässern im Besonderen allerhand Gutes über die Küche. Was soll ich sagen – mein Ausflug in die elsässische Küche via „Schmorblutwurst“ endete in heller Begeisterung und auch der Chefsalat oder das Vanilleeis mit heißer Schokosauce ... LECKER!

So ließen wir all die Tage nichts anbrennen! Abends vom „Schweinemedaillon“ bis hin zum „Mistkrätzerle“ und tagsüber natürlich alle möglichen und unmöglichen Tracks mit Kurven bis zum Abwinken.

Settel hatte alles wunderbar vorbereitet, Quartier, Wetter und alles, sogar die Straßen waren wohl frisch gekehrt. So einen fantastischen Grip – das muss erst mal durchgehend gepflegt sein, oder? Unterstützung hatte der Veranstalter durch einen „Narrischen“, und das nun im positiven Sinne gemeint, denn sein Spez’l, der Jürgen hatte die Routen voll im Griff. Wenn wir schon beim Griff sind: Den Gasgriff hat Jürgen ja besonders lieb...

... den dreht und zwirbelt er mit einer Inbrunst, dass es sogar den frisch von Sardinien angereisten Wendelsteinern ein wenig warm im Popo wurde.

„I woas garr ned, wos de Karin hod! A weng flott war’s hoid, aba griabig! Mia hod des unbandig daug’d!“

Nur innerhalb der Ortschaften – da müssen wir noch etwas vorsichtiger werden, Jürgen. Oder habt Ihr die Einwohner aller am Weg liegenden Weiler schon vorgewarnt?

Am Freitag neun Mopeds on Tour, reiste der Großteil der Teilnehmer ja erst am offiziellen Anreisetag (Freitag) an und so waren wir am Abend plötzlich eine Riesenmeute lauter gespannter Biker, was der Samstag denn so alles bereithalten würde.

Tja, da ich allein das T-Pack Donau-Wald vertreten habe, musste ich mich natürlich um alles alleine kümmern. Sogar den technischen Defekt, für welchen sich letztes Jahr der R!tchie in so selbstloser Weise geopfert hatte, musste ich übernehmen:
TST Bernd (der war in einem früheren Leben garantiert „Spieß“?) fand bei der technischen Durchsicht am Freitagabend an meiner Katze ein gefährliches Makel: Die Bremsbeläge hinten waren definitiv nicht mehr vorhanden.
So konnte ich mich am Samstag vor dem Kulturteil drücken und den ganzen Vormittag Motorradfahren, denn ich holte mir in Karlsruhe beim Freundlichen einen Satz Bremsbeläge, welchen ich natürlich auch gleich selbst reinpfriemelte. Die anderen verbrachten zwei überaus informative Stunden bei einer Führung durch einen Bunker der „Ligne Maginot“ mit anschließendem Kraftfutter-Fassen in Form eines überreichlichen Eintopfes. Dahin habe ich es grad’ noch geschafft...

Noch überwältigt von den Eindrücken im Bunker machten wir uns sodann auf die gemeinsame Ausfahrt, welche durch die erschwerte Brennstoffversorgung in Frankreich am Wochenende nicht unwesentlich geprägt war. Höchste Konzentration ist schon vonnöten, wenn man in einem Pulk von (geschätzten) 22 Mopeten das von Jürgen vorgelegte Tempo einhalten (und unversehrt bleiben) möchte. Diese anspruchsvolle Ausfahrt über Strecken aller Couleur - inklusive Schlaglochpisten im Wald – haben alle Teilnehmer in höchstem Genuss und bester Laune erlebt. Vielen Dank an alle Beteiligten: Guide, Verpfleger und alle guten Geister im Hintergrund.

Am Sonntag stand „nur noch“ die Heimfahrt an. Die sardinien-satten Nürnberger wollten nur schnell Heim, den Boppes am Kanapee auslüften, Jörg pflügte eine eigene Spur in den Asphalt des Schwarzwaldes – und ich auch...

Viele schöne, kleine und kleinste Sträßelchen hat mein Garmin mich geführt! Gestartet um 09,15 Uhr und durchgefahren ohne Pause (okay- 1x Tanken fertig), fand ich mich so gegen 14,00 Uhr in Stetten am kalten Ar... wieder – und zwar auf der Ringstraße um den Truppenübungsplatz!! Kein Witz, da war echt eine Umleitung!! „plötzlich“ war es schon vier Uhr nachmittags und ich erst in Memmingen! Die letzte Distanz an München vorbei nahm ich denne in einem Rutsch auf der Dosenbahn, schließlich hatte sogar ich genug Kurven und wollte noch zu christlicher Zeit nach Hause zur Familie.

 

Sagenhaft: 2125km hat das Wochenende dem Tiger gebracht, davon 724km allein am Sonntag. Jede Kurve war ein Genuss!

Christian, das hast Du Spitze hingekriegt! Danke Jürgen.

 

Servus aus Salzweg,

Stefan (Spider)

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