Fahr- und Sicherheitstraining am Salzburgring am 02.Juli 2006
Oder: Die einzige Enduro unter lauter Rennsemmeln
von Stefan@T-Pack, Salzweg



Eigentlich wollte ich nur mal ausprobieren wie das so ist – auf der Rennstrecke...

Es ist schon aufregend, wenn man noch nie ‚bei sowas’ mitgemacht hat! Da erfuhr ich, wie in den Vorjahren, per Zufall über das Passauer Wochenblatt vom diesjährigen Veranstaltungstermin (s.o.). Nun wollte ich es aber angehen, immer kam die letzten Jahre was dazwischen – und erhaschte grad so noch den vorletzten Platz...

Aufstehen um 4,30 Uhr – und das am Sonntag! Na, das ging ja schon gut los!
Kein Nachteil ohne Vorteil: Start Punkt 6 Uhr zum Salzburgring, kaum ein anderer ist so narrisch und um diese Zeit schon unterwegs.
Anmeldung um acht, Fahrerbesprechung um halb neun. Dann um neun Beginn für die Rennfahrer-Gruppe. Da immer zwanzig Minuten gefahren wird und nach den Rennfahrern erst noch die ‚Sportfahrer’ drankommen, war für uns ‚Ringneulinge’ der Start immer um x Uhr 40 bis zur vollen Stunde.

Und das war auch gut so. Denn so hatten wir Gelegenheit uns von den Instruktoren den einen und oft auch anderen Tipp mit auf den Weg geben zu lassen. Ob Kreise fahren mit raumgreifendem Blick da hin, wo man hin will und nicht nur dort hin, wo man sowieso gerade hinfährt. Kapiert? Und zwischendurch natürlich alle die anderen sinnvollen Übungen – ist schon prima.

Die große Gruppe der ‚Ringneulinge, Frauen und Wiedereinsteiger’, wie sich das nennt hat entscheidende Vorteile:
1. Sind Frauen dabei. Nein!! Ich meine, weil dann nicht soo verbissen gekämpft wird, alles etwas ruhiger zugeht.
2. Besagte Instruktoren. Die fahren immer voraus und die direkt nachfolgenden Fahrer können sich an ihnen orientieren. Außerdem haben nur die Instruktoren Weisungsbefugnis, d.h. nur sie können bestimmen, wann ein Wechsel in der Reihenfolge vorgenommen wird. Weil, es gilt
3. striktes Überholverbot. So muss sich jeder nur nach vorne orientieren, also wo er hinfährt. Und das ist auch gut so...
4. Gab es insgesamt fünf Gruppen innerhalb dieser Kategorie, so konnte man wechseln wenn die Geschwindigkeit nicht gepasst hat.
5. Und: Die wirklichen Gaser waren in den anderen Gruppen...

Nach dem ersten Rundenblock war mir die zur Sicherheit gewählte langsame Gruppe doch um Welten zu langsam und ich wechselte zur zweit schnellsten. Dort fühlte ich mich sofort so richtig wohl. Denn: Die Instruktorin, ein junges Madl ließ es gleich für meine Verhältnisse grade recht „krachen“ (also ’flott, mit ausgeprägtem Überlebenswillen’).

Zu meiner Verwunderung waren jede Menge Zuschauer anwesend, welche die Runden mitverfolgten. Von vielen erntete ich beim Verlassen der Rennstrecke – da fährt man an der Tribüne vorbei – ein richtig breites Grinsen. Warum? Ganz einfach: Stellt Euch einfach mal Folgendes vor:
Da fahren sie alle mit besagten „Rennsemmeln“, turnen affenartig im Kurvengeschlängel von einem ‚Hang off’ in den nächsten. Fahren wohl auch ordentlich Schräglage...
... werden aber von einem Endurofahrer verfolgt, der, in lockerer Touringposition sitzend, sich ein Liedchen pfeift und einfach am Hinterreifen des Vordermannes klebt.
Wisst Ihr jetzt, woher das Grinsen kam?

Nachmittags, so hab’ ich mir sagen lassen, werden alle schneller. Stimmt! Denn so nach und nach habe ich die Fußraster an- bzw. abgeschliffen. Zumindest den „Angstnippel“, der da unten noch dran ist.

Alles in allem hat der Tag genauso Freude wie Erfahrungen gebracht.

Die letzte, wichtige Erfahrung war: Nach der Rennstrecke sofort und vollständig umschalten auf „Normalbetrieb“, denn nachmittags sind an einem schönen Sonntag im Voralpenraum die krummsten und dämlichsten Sonntagsfahrer unterwegs... Die Rennstrecke ist wo anders, der Sonntag-Abend-Rückreise-Verkehr sonst schlimmstenfalls tödlich.

Fazit: Die hohen Geschwindigkeiten (na ja, so ab 180 wird’s schon zäh, wenn man einen ‚Sportler’ verfolgt) und die tiefen Schräglagen gehören absolut auf die Rennstrecke – und nur dort hin...
...aber dort sind sie auch absolut g..l !!

Ach ja: Ein Lob an meine Bridgestone Battlax BT020, ich hatte nie ein unruhiges Gefühl. Und recht viel mehr geht mit der Enduro nicht...
Und ich habe sogar noch Profil übrig.

Ich denke, ich muss die Webseite vom www.mrc-neukirchen.de nächstes Jahr im Auge behalten... Ned, dass `ma der Termin no amol auskimmt. Da ich kein Mitglied dieses Vereins bin, muss ich mir einen von den paar übrigen Plätzen sichern.


P.S. Food ebba ebba nexd’s Johr mid? Zum Flanken-Nagl’n, de Laufflächen foh’ma dann scho aa no oba.
 

       

© Stefan @ www.t-pack.info