Die Südtirolreise von Rosi und Erich
vom 02.09.-05.09.2006

 

Anfang September 2006 wollten die Rosi und ich noch einen kurzen Motorradurlaub in Südtirol und den Dolomiten verbringen. Aus einigen Reisen dorthin kannten wir schon etliches in diesem Gebiet. Es gab aber trotzdem wieder sehr viel Neues zu erkunden. Wir „TIGERten“ über 1500 km durch Bayern, Österreich und Italien.

 

Teilnehmer der Reise:

Moser Erich + Roswitha    Triumph TIGER 955i 

    

1.Tag 02.09.2006 Samstag;  Anreise nach Barbian über den Brenner

Am Samstag früh, starteten die Rosi und der Erich von Furth aus in Richtung Süden. Bei Sonnenschein fuhren wir auf der B20 nach Eggenfelden um dann über Altötting und den Chiemsee die Alpen zu erreichen. Über Aschau und Sachrang erreichten wir dann das Inntal, wo wir dann auch bis Volders blieben. Um nicht durch die Stadt Innsbruck fahren zu müssen, nahmen wir wieder die Bergstrecke über Patsch nach Matrei. Auf dieser Strecke war dann auf einem Bankerl unsere Brotzeitpause angesagt. Nach dem Brennerpass und Sterzing wollten wir das Penser Joch ansteuern. Bei gutem Wetter gibt es dort auf der Passhöhe, einem Motorradtreffpunkt, wunderbare Ausblicke über die Berge und ins Sarntal zu genießen. Der erste Ort im Sarntal ist dann Pens, wo wir dann in einem kleinen Wirtshaus unsere Mittagspause einlegten. Sarntal ist eine von der Talfer durchflossene Gemeinde nördlich von Bozen, in Südtirol. Sie nimmt einen Großteil des gleichnamigen Gebirgstals ein. Sarntal ist die flächenmäßig größte Gemeinde Südtirols und besteht aus 28 Ortschaften. Hauptort ist Sarnthein. Es gibt zwei Hauptzufahrten in das Sarntal: Vom Bozner Talkessel aus durch die Sarner Schlucht und von Sterzing aus über das Penser Joch. Dieses ist jedoch im Winter meist 4-5 Monate gesperrt. Eine weitere Zufahrt verläuft über den Ritten/Wangen. Diese Straße ist jedoch wegen seiner engen, kurvenreichen und steilen Abschnitte für Busse (außer Linienbusse) und LKW gesperrt und mündet nach der Sarner Schlucht in die von Bozen kommende Staatsstraße. Über diese Strasse verließen wir dann das wunderbare Tal. Nach einem kleinen Abstecher zur Talstation der Rittenbahn fuhren wir nach Klobenstein an den Erdpyramiden vorbei auf einer kleinen, unscheinbaren Höhenstrasse bis zum „Hintereingang“ von Barbian. Wir fanden auch sofort unser bereits gebuchtes Quartier im Cafe/Hotel garni xxx. Beim Abendspaziergang durch den Ort fanden wir dann die Pizzeria Kircher Sepp, wo wir dann auch sehr gut Abendessen konnten. Beim Rösslwirt kauften wir uns noch ein Bier bzw. einen Wein, bevor wir auf unserem Balkon noch einen Abendtrunk einnahmen.

 

Tour: Bogen – Eggenfelden – Altötting – Prien am Chiemsee – Aschau – Kufstein – Volders – Patsch – Matrei am Brenner – Brennerpass (1375 m) – Sterzing – Penser Joch (2215 m) – Sarntal – Ritten – Klobenstein - Barbian ( insges. ca. 400 km)

 

2.Tag 03.09.2006 Sonntag; Reise ins Trentino

Gleich nach dem Frühstück starteten wir unseren Tiger und fuhren über Bozen und Meran in ein Tal, das wir schon lange einmal besichtigen wollten. Das Schnalstal ist ein nördliches Seitental des Etschtals und besticht durch seine Abgeschiedenheit und Natürlichkeit. Die Straße ins Schnalstal zweigt zwischen Naturns und Staben von der SS38 ab. Durch eine enge Felsklamm geht es anfangs gut bergauf, die Felswand zur rechten und den Abgrund zur linken Seite. Unten schießt der am Hochjochferner entspringende Schnalsbach zu Tal. Auch der Abstecher nach Katharinaberg und in das Pfossental lohnte sich. Weiter oben wird das Tal breiter und es geht gemächlicher zu. Kurz vor dem Vernagt-Stausee werden in mehreren Serpentinen noch ein paar Höhenmeter gewonnen. Die Straße ist durchgehend asphaltiert und endet in Kurzras (2014 m). Von Kurzras, einem potthässlichen architektonischen Sündenfall, führt eine Seilbahn auf den Hochjochferner. Von dort kann man zu Fuß zum Hochlabjoch, der Fundstelle des "Ötzi" in 3000 m Höhe. Die Schluchtstrecke ist knapp zweispurig ausgebaut und verfügt über gute Randsicherungen. Danach ist die Strecke bestens ausgebaut. Wegen des Sommerskigebietes auf dem Hochjochferner fahren auch Omnibusse das Tal hinauf. Dort kehrten wir dann auch gleich wieder um. Sehenswert ist die aus traditionellen alten Holzhäusern bestehende Ortschaft Unsere-Frau-im-Schnals. Am Talausgang könnte man dem Yeti-Jäger und Europaabgeordneten Reinhold Messner einen Besuch abstatten, was wir aber nicht getan haben. Wir wollten ja noch weitere Motorradhöhepunkte an diesem Tag erleben. Das Stilfser Joch markierte bis 1918 die Grenze zwischen Österreich und Italien sowie die Grenze zwischen dem deutschen und dem italienischen Sprachraum. Als höchster Übergang in den Ostalpen und zweithöchster Alpenpass überhaupt (2757 m) übt der Pass eine ungeheure Anziehungskraft nicht nur auf Motorradfahrer aus, sondern auf alles, was fahren kann. Es ist also sowohl mit Wohnmobilen als auch mit Fahrradfahrern zu rechnen. In unzähligen, engen Serpentinen windet sich die zweispurige, mäßig gut asphaltierte Straße von Sponding hinauf zum Pass. Aufgrund des teilweise starken Verkehrs können die Kurven meistens nicht flüssig durchfahren werden. Eine sichere Beherrschung des Motorrads in engen Kurven bei langsamster Fahrt ist dringend notwendig. Nach der doch recht flotten Auffahrt wurden wir dann am Scheitelpunkt bei guter Sicht mit einem Ausblick vom allerfeinsten entschädigt. Dafür geht es hier aber zu wie auf einem Jahrmarkt und die Rosi kaufte sich gleich ein Vinschgerl mit Bratwurst und Kraut und war begeistert.

       

       

Weiter ging es, über die Westrampe hinab nach Bormio, nicht ganz so steil und auch weniger Kehren. In Bormio legten wir dann unsere Kaffeepause ein. Ein Parkplatz war gleich gefunden. Der ganze Ort war aber dann wie ausgestorben. Im Marktplatz waren dann doch einige Cafe´s und auch Touristen zu finden. Die Rosi gab in perfektem Italienisch unsere Bestellung auf. Über Santa Caterina ging es weiter. Eine der landschaftlich reizvollsten Passstraßen in der Lombardei führt von Bormio über den Gaviapass (2621 m) nach Ponte di Legno. Viele schaurige Geschichten ranken sich um den Passo di Gavia. Die Literatur schreibt oft von der so genannten Herausforderung, diesen Pass zu fahren, ja, sogar von Absturzgefahr ist die Rede. Nun, was ist an diesen Geschichten dran? Um das heraus zu bekommen, muss man sich zwangsläufig mit der Geschichte des Passes befassen. Ursprünglich gab es nur eine gut ausgebaute Verbindungsstrasse, die von Bormio herauf nach Santa Caterina Valfurva führte. Dieser Ort liegt mitten in einem prächtigen Skigebiet und dem Parco Nationale di Stelvio. Von hier aus führte eine kleine, geschotterte Militärstrasse durch das Tal des Flüsschens Gavia hinüber in das Valle delle Messi. Im Jahre 1986 dann, wurde alles anders. Die Tour de France hatte sich diesen Pass für ihre Strecke ausgesucht, und die Schotterstrecke wurde asphaltiert. Im Rif Berni al Gàvia zeugen heute noch eindrucksvolle Photos von dieser Tour. An diesem Tag hatte es geschneit, und vor dem Pulk der Fahrradfahrer fuhr eine Schneefräse um die Tour de France nicht in’s Stocken zu bringen. Also, den Pass nicht einfach nur überqueren, sondern einen Blick ins Hospiz werfen. Das lohnt sich. Jetzt zur Strecke selbst. Von Bormio her kommend, folgten wir dem Tal Valfurva auf einer gut ausgebauten, breiten Strasse und passieren dabei mehrere kleine Bergdörfer. Wir erreichen Santa Caterina Valfurva. Von hier aus wird die Strasse sehr schmal und windet sich steil am Hang einspurig hinauf durch ein Wäldchen, um dann in dieser Art weiter über die Almen zu führen. Der Belag ist gut, was sich jedoch weiter oben ändert. AB 2.000m Höhe wird die Umgebung felsiger, die Strasse noch enger und der Belag weist unzählige Frostrisse auf. Spätestens ab hier ist Vorsicht geboten. Teilweise ist die Strasse nur noch so breit, dass ein PKW und ein Motorrad gerade noch aneinander vorbei passen. Randbefestigung, Fehlanzeige. Verrostete Stützen mit morschen Hölzern versuchen eine nicht vorhandene Sicherheit vorzutäuschen, die den Fahrer vor dem Abgrund trennt. Wir erreichen die Passhöhe und haben einen überwältigenden Ausblick. Leichtes Nieseln mit Graupelschauern verwährte uns den längeren Aufenthalt. Dann geht es ein kleines Stück weiter, auf einer Art Hochebene bis zum nächsten Hospiz, kurz vor der Abfahrt. Es lohnt sich hier am Lago Bianco eine kleine Pause zu machen und mit dem Blick ins Valle delle Messi Kraft für die Abfahrt zu sammeln, denn was nun kommt, ist der absolute Hammer. Schritttempo ist angesagt, denn das was wir hier vorfinden hat den Begriff Strasse wirklich nicht verdient. So breit wie ein PKW, teilweise ohne Randbefestigung mit freiem Blick in den Abgrund geht es am Hang entlang bergab. Minutenlange Halts sind angesagt, wenn sich PKWs, oder eine Goldwing mit einem PKW begegnen. Dann muss einer bis zur nächsten Bucht zurück rangieren. Wir brauchen für die paar Kilometer hinab nach Ponte die Legno fast eine 3/4 Stunde. Der Ausblick während der Abfahrt ist riesig, sollte jedoch die Vorsicht vor einem Absturz nicht nehmen. Unten gut angekommen geht es gleich weiter auf den Passo del Tonale, der aber dann ein Kinderspiel nach dem Gavia-Pass ist. Schön geschwungen erreicht er die Passhöhe, wo ein schöner moderner Wintersportort zu finden ist. Der nachfolgende Mendelpass war schon bekannt und ist auch sehr schön zu fahren. Unten sind wir dann an der Südtiroler Weinstrasse angekommen. Über Eppan und Bozen erreichten wir dann unseren Ausgangspunkt Barbian wieder. Nach der Dusche ging es dann zum Rössl-Wirt, wo wir wieder einmal exzellentes Essen genossen. Spätabends waren wir dann wieder auf unserem Balkon mit Grödner-Tal-Blick und einer Flasche Wein anzutreffen.

 

Tour: Barbian – Bozen – Meran – Schnalstal – Vinschgau – Stilfser Joch (2758 m) – Bormio – Santa Catharina – Gavia-Pass (2621 m) – Passo del Tonale (1883 m) – Mendelpass (1363 m) – Eppan – Bozen – Barbian ( insges. ca. 400 km)

 

3.Tag 04.09.2006 Montag; Große Dolomitenrundfahrt

An diesem Tag stand wieder einmal eine große Dolomitenrundfahrt auf dem Programm. Gleich nach dem Frühstück starteten wir in Richtung Bozen. Das wild-romantische Eggental war der Einstieg in die Dolomiten. Beim Karerpass hielten wir für ein Fotoshooting mit dem weltberühmten Rosengarten an. Über Canazei steuerten wir dann das Pordoi-Joch an. Bei relativ wenig Verkehr kamen wir auch bald oben an. Bei bester Fernsicht und blauem Himmel machten wir dort eine Kaffeepause und schickten auch gleich noch eine Postkarte an die Oberalteicher Kloster-Biker. Bis Arabba führte die Strasse in Kreiselbewegungen nach unten. Super! Dann wollten wir wieder etwas Neues erleben: Den Passo di Giau! Der Passo Giau zählt unserer Meinung nach zu Recht zu den schönsten Pässen in den Dolomiten. Diese Schönheit bezieht sich sowohl auf die Strasse aus der Sicht von uns Motorradfahrern, als auch auf die Landschaft und die grandiosen Aussichten. Egal, man hat jede Menge Möglichkeiten mit vielen Kurven und toller Landschaft. Die südwestliche Rampe ist sehr kurvenreich mit zum Teil 14% Steigung. Bei unserer Auffahrt hörten wir plötzlich ein lautes Motorengeräusch hinter uns. Es war ein oranger Lamborghini, der uns bis zur Passhöhe vorfolgen sollte. Vorbei an einem lichten Mischwald geht es in vielen engen Serpentinen bergwärts. Einige Lawinengalerien schützen im mittleren Teil den Weg, der nun wieder in Almwiesen mit einigen Herbergen übergeht. Auf der Passhöhe bot sich dann bei klarer Sicht ein mehr als nur grandioser Ausblick. Mit Blick in Richtung Westen überblickt man die Marmolada mit Gletscher und die Sellagruppe. Mit Blick in Richtung Osten von den Bergriesen am Falzaregopass bis hinüber zu den Drei Zinnen. Ein überwältigender Anblick. Auf der Passhöhe selbst befindet sich neben einer kleinen Kapelle ein Restaurant mit Andenkenladen und ein altes Motorrad auf einem Sockel lädt zum Verweilen für Biker ein. In dem Restaurant machten wir dann unsere Mittagspause und leisteten uns die bisher teuerste Gulaschsuppe, die wir je hatten. Auf der Weiterfahrt in Richtung Cortina öffneten sich die Aussichten auf die Bergkette der Corda da Lago (2.716m). Im 1/3 der Abfahrt erreicht man nach einem Almgebiet wieder lichte Wälder. Von nun an geht es erst vorsichtig mit weiten Kurven durch die Wälder bergab, wobei nach einigen Kilometern die Strasse dann, immer noch im Wald in Serpentinen mit zum Teil 17% Gefälle übergeht. Die Serpentinen selbst sind sehr übersichtlich und der Straßenbelag durchschnittlich. Bei der Abzweigung nach Cortina fuhren wir dann gleich wieder bergwärts auf den Falzarego-Pass und dann gleich wieder ins Tal nach Corvara. Das Grödner Joch war der nächste Halt in dem Bergen. Eine Cola und ein Espresso mussten sein, denn die Rosi hat Corvara und fast die ganze Auffahrt zum Grödner Joch verschlafen, bis zwei BMW GS hinter uns waren und wir dann auch etwas flotter die Passstraße befuhren. Danach wollten wir dann auch noch auf das Sella Joch. Wegen Baustellen aber glücklicherweise mit dem Motorrad überholte Staus war das keine so gute Idee, aber dann nahmen wir diesen Pass halt auch noch mit. Durch Wolkenstein und St. Cristina (Hotel Wolkenstein, BRK-Hotel gesucht) fuhren wir nur durch, aber St. Ulrich wollten wir dann wieder einmal ausführlicher besichtigen. Es gibt dort eine wunderbare Fußgängerzone, schöne Cafe´s und Eisdielen, einen mondän hergerichteten Ortskern und als weitere Attraktion eine Rolltreppe, die vom Ortskern durch den gesamten Ort bis zur Secedabahn-Talstation führt.

   

       

 Das mussten wir natürlich auch gleich ausprobieren. Von St. Ulrich ist es ja dann nur mehr ein Katzensprung bis Barbian. Da wir aber neugierig sind, fuhren wir von dort aus auf der Höhenstraße noch weiter bis Vilanders. Der Ort und besonders der Friedhof wurden von uns zu Fuß erkundet. Auf der Rückfahrt suchten wir ein weiteres Mal nach dem Ort Dreikirchen, was wir aber wieder nicht fanden. Nach der Dusche besuchten wir dann wieder die Pizzeria Kircher Sepp. Da in der Besenwirtschaft unterhalb überhaupt nichts los war, gingen wir wieder auf unseren Balkon mit einem Flascherl Wein.

 

Tour: Barbian – Bozen – Eggental – Karerpass (1745 m) – Canazei – Pordoi Joch (2239 m) – Arabba – Passo di Giau (2233 m) – Falzarego Pass (2105 m) – Corvara – Grödner Joch (2121 m) – Sella Joch (2244 m) – Grödner Tal – Wolkenstein – St. Ulrich - Barbian (insges. ca. 230 km)

 

4.Tag 05.09.2006 Dienstag; Rückreise über die Großglockner Hochalpenstrasse

Auch die Rückreise sollte ja ein schöner Urlaubstag werden. Nach dem Bepacken des Motorrads und dem Frühstück fuhren wir dann auch gleich in Richtung Norden. Über Klausen und Brixen bogen wir dann in das Pustertal ab. Da da ja immer sehr viel Verkehr ist und wir in der neuen ADAC-Motorrad-Karte eine Alternativroute gefunden hatten, testen wir die Pustertaler Sonnenstrasse. Teilweise neu geteert und gut ausgebaut führt sie an der Südseite der Berge auf halber Höhe durch etliche Ortschaften bis Bruneck. Ein tolles Erlebnis. Weiter ging es in das Antholzer Tal und zum Staller Sattel. Der Staller Sattel ist neben dem Timmelsjoch der interessanteste Grenzpass zwischen Italien und Österreich. Die 52 km lange Straße verbindet Olang im Antholzer Tal mit St. Jacob im Defreggental. Der Pass bildet die Grenze zwischen dem österreichischen Osttirol und dem italienischen Südtirol. Die Südrampe des Passes im Antholzer Tal ist zwischen dem Untersee und der Passhöhe so schmal, dass eine Ampelanlage den Verkehr regelt. Nach Südtirol gehts im ersten Viertel jeder Stunde, nach Osttirol jedes dritte Viertel einer Stunde. Der Pass ist zwischen 07:00 Uhr und 21:00 Uhr geöffnet. In der kalten Jahreszeit ist der Pass zwischen November und Mai gesperrt. Da wir sehr pünktlich um ½ bei der Ampel waren und wir natürlich an der Autokolonne vorbeigefahren sind, dann aber bei den Motorrädern hinten kein Platz mehr war, stellten wir uns halt dann ganz vorne an. Ein Ösi musste sich dann auch gleich aufregen. Ich versicherte ihm aber, dass ich ihn auch vorausfahren lasse. Die Ampel sprang auf Grün. Ein paar Solo-Piloten bretterten gleich los. Der Ösi kam aber nicht in die Gänge, also fuhren wir volles Rohr los. Zwei Radfahrer waren lebensmüde und kamen in der für sie gesperrten Zeit entgegen. Von dem Ösi sahen wir aber dann nichts mehr. Er hat den Start ganz klar verschlafen. Das Defreggental war wie immer wunderbar. Bei Huben fuhren wir noch, zwar ungewollt, die Kalser Glocknerstrasse (www.kalser-glocknerstrasse.at) bis Kals. Da hat man immer den Großglockner im Blick. Super, vor allem bei Sonnenschein. Bis auf´s  Lucknerhaus sind wir aber dann doch nicht mehr gefahren. Also zurück und über Lienz, den Iselbergpass und Heiligenblut auf die Großglockner Hochalpenstrasse. 17 € mussten wir den Wegelagerern überlassen, bis wir die super ausgebaute Alpenstrasse an der Franz-Josefs-Höhe vorbei, zum Hochtor und dann auf die Edelweißspitze fahren durften. Als Belohnung dafür gab es herrliche Bergsicht und ein Mittagessen in der Edelweißhütte (www.edelweissspitze.at) (natürlich gegen zusätzliche Bezahlung). Bei der Abfahrt bis Bruck sahen wir einige Erlkönige (ich glaube es waren Opel) die dort mit und ohne Anhänger Testfahrten durchführten. Bei Zell am See nutzten wir den vorhandenen Tunnel zur Weiterfahrt. Wegen einer Umleitung bei Lofer tankten wir erst bei Unken noch billigen Sprit. Die restliche Heimfahrt über Bad Reichenhall, Freilassing, Burghausen und Eggenfelden war dann bekannt und ohne weitere Vorkommnisse.

 

Tour: Barbian – Brixen – Pustertal – Pustertaler Sonnenstraße - Bruneck – Antholzer Tal – Staller Sattel (2052 m) – Defreggental – Kalser Glocknerstrasse – Lienz – Iselbergpass (1208 m) – Heiligenblut – Großglockner Hochalpenstrasse – Hochtor (2504 m) – Edelweißspitze (2571 m) – Bruck – Zell am See - Saalfelden – Lofer – Bad Reichenhall – Freilassing – Burghausen – Eggenfelden - Bogen (insges. ca.  500 km)

 

 

Fazit:

Wir hatten wieder einmal ein optimales Motorradwetter. Außer einigen, bereits bekannten Motorradstrecken gabe es sehr viel Neues zu sehen und zu bewundern. Ein Highlight war z.B. das Schnalstal, das ich schon seit Jahren sehen wollte. Der Gavia-Pass war auch ein Erlebnis der besonderen Art. Schmalste Sträßchen auf Feldwegniveau. Das muss man auch mal gesehen haben. Einer der schönsten Pässe, die wir je gefahren sind, war der Passo del Giau. Griffige, gut ausgebaute Serpentinenstrasse, die wir, von einem Lamborghini verfolgt, hinauf gebrettert sind (der Lamborghini wurde zweiter Sieger). Das Rennen auf den Staller Sattel kennen ja bereits einige Kloster-Biker. Wir mussten uns nur ein paar Einzelfahrern geschlagen geben. Wir hatten allerdings auch noch das komplette Gepäck mit dabei. Auf der Kalser Glocknerstrasse hat man immer den schneebedeckten Großglockner vor sich. Auf der Edelweißspitze, einem Motorradtreffpunkt, konnte man das gesamte Bergpanorama bei Sonnenschein genießen. Wir haben 1530 Motorradkilometer und Kurven ohne Ende auf der Tiger ohne Probleme abgespult und wir freuen uns auf die nächste Reise.  

 

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